Dauerausstellung
Mellingen. Perle und Zankapfel.
Ort: Mellingen
Kunde: Museum Altstadt Mellingen
Kuration: Jonas Nyffeler | curastor GmbH
Medien: tweaklab | oeil pour oeil
Die neue Dauerausstellung erzählt, was Mellingen zu dem gemacht hat, was es heute ist – geprägt vor allem durch seine Lage: von der Brücke, die sein Schicksal bestimmte, über den Streit um einen Palmesel bis zur Industrialisierung, die Umgebung und Bevölkerung nachhaltig verändert hat.
Bibliothek, Museum und Forum teilen sich ein Gebäude – und einen Eingang. Raumprodukt hat Empfang, Ausleihe und Regale gestaltet: Möbeldesign, das beiden Institutionen Raum und Präsenz gibt. Ein Leitsystem mit eigener Farbe pro Thema führt durch alle Stockwerke.
Interaktion ist das durchgängige Prinzip der Ausstellung: Raumprodukt hat dafür gesorgt, dass Besuchende in jedem Themenbereich – Lage, Stadt und Land oder Glaube – per Touchscreen – und analog – Wissen vertiefen oder das Geschehen aktiv mitbestimmen können.
Der hohe Raum im ersten Stock ist zudem multifunktional angelegt: Die von der Galerie aus über Touchscreens bespielbaren Projektionsflächen lassen sich einziehen, wenn das Forum anders genutzt wird. An einer weiteren Station kann die eigene Migrationsgeschichte erzählt werden.
Ein wandfüllender Agamograph bringt es auf den Punkt: Mellingen ist weder Stadt noch Dorf – oder beides. Nicht weniger vielschichtig zeigt sich der Glaube: Rund um die «Pestglocke» führt eine Installation digital durchs Kirchenjahr. Daneben treffen sich Palmesel, Juliusbanner, Totenfahne, Taufstein und Zwinglibecher zum Streitgespräch – Besuchende bestimmen per Touchscreen den Verlauf – unzählige Varianten sind möglich.


















Fotos: derek li wan po photography, Basel